Kapitalismus Interruptus?

Corona und die Ungleichzeitigkeit. Einleitung zum Schwerpunkt

Kapitalismus Interruptus?

Corona und die Ungleichzeitigkeit. Einleitung zum Schwerpunkt

Vielleicht gibt es keine schlechtere und keine bessere Zeit, um eine neue Zeitschrift zu starten. Während wir diese Zeilen schreiben, wirkt Corona, wirkt die COVID 19-Pandemie weltweit als einschneidender Prozess und als Prüfung, die unsere Gesellschaften und das Verhältnis zwischen ihnen sichtbarer macht oder gar verwandelt. Welchen Sinn gibt es im Angesicht eines unbekannten Virus, der uns neuartige Unsicherheit lehrt, zu entdecken? Wie ist diese Zeit zu verstehen und zu begreifen, auf das unsere politischen Hoffnungen, unsere Phantasien, soziale und kulturelle Möglichkeiten, sowie klimagerechte ökonomischen Herausforderungen nicht von fortgesetzten Ausnahmezuständen stranguliert werden? Wir schlagen vor, die Pandemie nicht als fremde Macht anzusehen, die über uns kommt, über unseren Alltag, um Berufsleben, unsere Privat- und Intimräume. Wir lesen Corona als eine Verstärkung der Ungleichzeitigkeit, die für bürgerliche, d.h. kapitalistisch-demokratische Gesellschaften immer kennzeichnend ist. COVID-19, und damit sowohl die zu seiner Eindämmung bewirkten einschränkenden Maßnahmen, als auch die unterschiedlichen Hilfspakete und deren Auswirkungen treffen unsere Gesellschaften gleichzeitig mit zwei Logiken, die gegensätzlicher kaum sein könnten. Corona bringt eine große Unterbrechung und ist gleichsam Mit-Auslöser einer bemerkenswerten Beschleunigung.

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Alban Werner ist Politikwissenschaftler aus Aachen und Mitherausgeber von Grenzgängerin.

ist Kulturwissenschaftlerin und Mitherausgeberin von Grenzgängerin.