Weltkarte, weiß auf schwarzem Grund. Quelle: OpenClipart-Vectors, https://pixabay.com/de/vectors/weltkarte-asien-schwarz-kontinente-153509/
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Post-Corona-Kapitalismus

Implikationen für die globale politische Ökonomie

Post-Corona-Kapitalismus:

Implikationen für die globale politische Ökonomie

Das Coronavirus hat zwar zunächst eine Gesundheitskrise ausgelöst, in die Geschichte der Weltwirtschaft eingehen wird es aber in erster Linie durch die damit verbundene globale Rezession. Es ist zwar noch zu früh, die Dimensionen der Wirtschaftskrise präzise benennen zu können. Viel spricht aber dafür, dass sie die schwerste Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg sein wird. Zunächst hatten viele Prognosen mit einem tiefen wirtschaftlichen Einbruch und einer ebenso starken wirtschaftlichen Erholung gerechnet. Inzwischen lässt sich aber absehen, dass diese Erwartung verfehlt ist. In der Krise werden viele Arbeitsplätze dauerhaft zerstört. Unternehmen werden insolvent, ganze Branchen wie der Luftverkehr und der Tourismus werden noch Jahre unter den krisenbedingten Restriktionen leiden. Auch nach Aufhebung der Restriktionen werden die Erfahrung des wirtschaftlichen Einbruchs und damit verbundener Arbeitslosigkeit bei vielen Menschen zu erhöhter Ersparnis führen, um für zukünftige Krisensituationen besser gerüstet zu sein. Die Krise wird also auf der Angebotsseite Kapazitäten, auf der Nachfrageseite Kaufkraft nachhaltig zerstören.
Viel wichtiger als die Frage nach den unmittelbaren Auswirkungen der wirtschaftlichen Krise ist allerdings jene nach den strukturellen Veränderungen, die diese längerfristig auslösen wird. Schwere Wirtschaftskrisen waren in der Vergangenheit regelmäßig Katalysatoren für weitgehende Veränderungen.  So führte die Große Depression der späten 1920er Jahre in den USA zum New Deal, aber andernorts auch zum Aufstieg des Faschismus. Die Ölkrisen der 1970er Jahre und die folgende Stagflationsperiode hatten einen nicht geringen Beitrag zum Aufstieg des Neoliberalismus ab den 1980er Jahren. Wahrscheinlich wird auch die Große Rezession, die auf die ursprüngliche Gesundheitskrise folgt, zu fundamentalen Veränderungen im globalen Kapitalismus führen.

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Dr. Arie Krampf ist Senior Lecturer an der School of Government and Society/ The Academic College of Tel-Aviv Yaffo, Israel.

Dr. Andreas Nölke ist seit 2007 Professor für Politikwissenschaft, insbesondere Internationale Beziehungen und Internationale Politische Ökonomie, an der Goethe-Universität Frankfurt.